Voll herzlicher Küsslein und freundlicher Worte beteiligt sich jeder an der obligatorischen Abschiedsrunde.
Die Selbstlose lächelt freundlich,während der Denker nur durch eingeworfene Sätze aus seinem Gedankenvorhang hervorlugt.
Die Abschiednehmerin richtet ein paar lieb gemeinte Worte an die Gemeinschaft und wird rabiat durch den lauten Satz der Ichbezogenen aus der Abschiedstimmung geworfen :"oooh, Nadja, du bist ja an meiner Hochzeit garnicht hier! Voll scheisse!"
Die Verabschiedete, welche sich nicht des Namens Nadja erfreut, kann nur verdutzt lächeln über einen so unangepassten aber allseits beachteten Unterbruch der Runde.
Die Selbstbewusste, welche sich lieblich gern an dem Honigmundschwatz beteiligt hätte, entscheidet sich doch lieber für die dramatische Wendung der Geschehnisse, welche durch ihre exponierte Äusserung die Dramatik von einem unperfekten Hochzeitstag untermalt.
Als Teil und dennoch Herrin der Lage ist die Aufgeschlossene hin und her gerissen, sich der Spannenden Neuigkeit oder der bald endenden Tatsache zuzuwenden und ist schlussendlich damit zufrieden, sich zum einen nicht zu äussern und das andere nicht weiter zu beachten.
Unterhalten und unterbrochen steht die zu Verabschiedende nun im Raum, voll im Geschehen dabei, in der Zukunft nicht mit eingeplant und somit voll in ihrer rechtmässigen Rolle:
Noch präsent, aber nichtmehr eingeplant.
Wie es sein soll: Verabschiedet.
